Tabuthema – Trauerarbeit

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Tabuthema - Trauerarbeit

Trauer begegnen – Workshops für pädagogische Fachkräfte

Trauerarbeit EBSO

Seit 2023 habe ich, Carsta Kreße, im Rahmen des Kita-Eigenbetriebs SüdOst die Möglichkeit, Workshops zum Thema „Trauer in der pädagogischen Arbeit“ für interessierte Fachkräfte durchzuführen. Bisher fanden vier Veranstaltungen statt – die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv.

Als ausgebildete Trauer- und Familienbegleiterin sowie ehrenamtlich Engagierte bei Kinderhilfe e.V. liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Während meiner Ausbildung wurde mir deutlich, wie wenig Raum Trauer und Verlust in der Ausbildung von Erzieher*innen einnehmen. Dabei gehören Abschiede, Verluste – sei es durch den Tod eines Haustieres, eines Angehörigen oder andere prägende Erlebnisse – ganz selbstverständlich zum Leben von Kindern.

Erwachsene fühlen sich jedoch oft hilflos, wenn Kinder trauern. Aus dem Wunsch heraus, sie zu schützen, neigen wir dazu, abzulenken, zu beschwichtigen oder schwierige Themen auszuklammern. Doch unausgesprochene Trauer verschwindet nicht – sie zeigt sich auf anderen Wegen: in Ängsten, Schlafstörungen, Entwicklungsverzögerungen oder psychosomatischen Beschwerden.

Verdrängte Trauer ist nicht verarbeitete Trauer.
Gerade deshalb ist es für pädagogische Fachkräfte wichtig, sich aktiv und frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen – idealerweise im Team, bevor ein konkreter Verlustfall eintritt. Denn nur wer vorbereitet ist, kann Kinder in Ausnahmesituationen sensibel und kompetent begleiten.

Ein zentrales Element meiner Workshops ist auch die Selbstreflexion: Wie gehe ich persönlich mit dem Thema Tod um? In unserer Gesellschaft sterben die meisten Menschen nicht mehr zu Hause, traditionelle Abschiedsrituale geraten zunehmend in Vergessenheit. Das erschwert es, sich mit der eigenen Trauer und den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen – eine notwendige Voraussetzung, um Kinder gut begleiten zu können. Denn trauernde Kinder brauchen Erwachsene, die mit den großen Themen des Lebens innerlich im Gleichgewicht sind.

Die bisherigen Workshops fanden in kleinen Gruppen mit 12 bis 15 Teilnehmer*innen statt – eine Größe, die intensive, persönliche Gespräche und ein geschütztes Lernumfeld ermöglicht. Die Teilnehmenden schätzten besonders:

  • den Raum für individuelle Fragen,

  • die sensible Auseinandersetzung mit einem emotionalen Thema,

  • das gewonnene Fachwissen und die damit verbundene Handlungssicherheit im Umgang mit trauernden Kindern,

  • sowie die überraschende Erkenntnis, dass man sich mit dem Thema beschäftigen kann, ohne emotional überfordert zu werden.

Viele der Teilnehmenden signalisierten Interesse an einer weiteren Vertiefung und möchten das Angebot aktiv in ihrem Kolleg*innenkreis weiterempfehlen. Auch in Zukunft stehe ich gern für Fragen, Austausch und weitere Workshops zur Verfügung.