Marcus Mahling - Pilotprojekt Ausbildungshäuser - und warum ich froh bin, dabei zu sein!

Hallo,

mein Name ist Marcus Mahling und ich bin seit 1. Juli 2013 im Eigenbetrieb Kindertagesstätten SüdOst als Erzieher und Mentor tätig.

Im August 2022 startete das Pilotprojekt „Ausbildungshaus“ mit mir in der neuen Funktion als Ausbildungsberater. Ich muss sagen, mir hätte nichts Besseres passieren können. Das Thema Ausbildung von zukünftigen Erzieher*innen lag mir persönlich schon immer sehr am Herzen. Ich will aktiv angehende Erzieher*innen begleiten, motivieren und ja, im besten Fall sie inspirieren und ihnen dabei etwas mit auf den Weg geben.

Mentor*innen-AG Dez. 2022

Gestartet ist das Pilotprojekt in drei „Ausbildungshäusern“, in denen ich Studierende und Mentor*innen im Alltag begleiten durfte. Ich war natürlich positiv aufgeregt, hatte aber gleichzeitig auch etwas Sorge. Würde mir der direkte Kontakt zu den Kindern fehlen? Die Sicherheit eines festen Teams? Sehen die neuen Teams mich eher als Kontrolleur statt als Vertrauensperson?

Rückblickend kann ich sagen, dass alle Sorgen umsonst waren. Ich wurde schnell von allen Beteiligten wärmstens angenommen und sogar die Kinder fingen an, wie ich es gewohnt war, „Marcus!“ zu rufen, wenn ich die Kita betrat. Nun galt es einen praxisnahen und den verschiedenen Kitas angepassten Plan zu entwickeln. An der Stelle möchte ich unbedingt erwähnen, welchen Vertrauensvorschuss und Rückenwind ich seitens der Geschäftsleitung bekam. Und ebenfalls, wie sehr mich meine Bereichsleitung wohlwollend unterstützt und mir immer ein Gefühl des Willkommenssein vermittelte.

Das grobe Konzept „Ausbildungshaus“ stand fest, aber ich durfte es nun mit Leben füllen und bekam sehr viele Freiheiten in der Gestaltung.

Mein erstes Ziel war es von den Kitas nicht als „Belastung“, sondern als Entlastung gesehen zu werden. Im wöchentlichen Wechsel bin ich durch die Kitas gezogen und habe mich dem Ablauf jeder Kita flexibel angepasst. Meine Arbeit habe ich in drei Teile aufgeteilt, das Herzstück sind die Gespräche mit den Studierenden und Mentor*innen, dann kommt die passive und aktive Beobachtungen der Handelnden im Kitageschehen (mal mit Klemmbrett leise in der Ecke, mal spielend mit Kindern auf dem Boden) und letztlich die Dokumentation meiner Arbeit. So war zumindest der Plan.

Doch schon nach einigen Wochen wurde mir bewusst, ich habe zu „klein“ gedacht. Es kamen neue Aufgaben hinzu. Das Erarbeiten neuer Dokumente, Handouts, zukünftige Leitfäden etc. Plötzlich hatte ich auch Außentermine in Berufsschulen, in der Geschäftsstelle, auf Messen und Co. Und dann durfte ich auch noch die Mentor*innen-AG übernehmen, was mich persönlich natürlich sehr gefreut hat. Hier konnte ich einfach Kontakt zu mehreren Kitas gleichzeitig aufnehmen. Und die erste AG-Runde war überwältigend. Die hohe Teilnehmer*innenanzahl hat mich total überrascht. Ich war so aufgeregt, aber es hat mir sehr große Freude bereitet.

Im Januar konnte ich auch erstmals die AG-der Berufsbegleitend Auszubildenden übernehmen. So hat sich der Kreis für mich geschlossen. Ich bekam Infos aus den verschiedensten Perspektiven der Menschen vor Ort.

Für mich war es schon vor der Zeit als Ausbildungsberater immer wichtig, Spaß und Freude an der Arbeit zu haben. Und dies möchte ich auch weitergeben. Beispielsweise durch lebendige AGs, die praxisnah und effektiv sind. Und das Beste ist: Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen bestätigen mich.

Was ich in meiner Planung nicht berücksichtig habe, waren die Teams und Leitungskräfte. Auch sie kamen auf einmal mit Fragen auf mich zu und wollten Beratungsgespräche. Eigentlich logisch, denn nur gemeinsam können wir die Aufgabe „Ausbildung“ stemmen. Mittels des Arbeitshandys und der Emailadresse, den netten Feedbacks aus den AGs, wurde ich nun irgendwie schneller als gedacht, von mehr Menschen als nur von denen, die in den Ausbildungshäusern tätig sind, in „Beschlag“ genommen. Aber – ich war erfreut darüber! Es zeigt mir, wie sehr sich trotz Personalmangels und den kleinen und großen Krisen im Alltag, jede*r Einzelne engagiert und einsetzt.

Ich freue mich auf die Zukunft und bin zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam das Thema Ausbildung vorantreiben, in ein positives Licht rücken und dass wir am Ende unsere eigenen Fachkräfte nicht nur mit Freude ausbilden, sondern auch mit Freude behalten!

Bericht: Marcus Mahling / Ausbildungsberater